In den letzten Jahren hat sich nicht so viel geändert. Eigentlich müsste ich mich darüber freuen, jedoch ist es schwierig, wenn man eigentlich zu kaputt ist, um voll in das Erwerbsleben eintreten zu können, jedoch vom Kopf her zu fit ist, um einfach nur in den Tag hineinzuleben.
Aber starte ich einmal Ostern 2021. Zu dem Zeitpunkt hatte der älteste Sohn von Kasper einige Wutausbrüche, die man auf die Pubertät schieben kann. Leider löste dies bei mir einiges aus, was ich erst später realisiert habe. Ich begann immer öfter meinen Ex Mann zu sehen, wenn Kasper auf mich zu kam. Im Ganzen war ich auch deutlich angespannter und wurde wieder schreckhafter oder zweifelte alles an, was Kasper sagte.
Mit Kasper sprach ich erstmal nicht, da ich die Sorge hatte, dass er mich für verrückt hält. Klingt ja auch nur ein bisschen verrückt. Als Kasper in den Sommerferien mit den Jungs in den Urlaub fuhr, hatte sich mein Verhalten ihm gegenüber schon sehr verändert. Mit dieser gewissen Distanz fasste ich am 08.08.2021 den Mut und schilderte ihm, was mein Problem war. Natürlich nur per Chat. 🙂 Kurz danach telefonierten wir und er lachte. Wenn er nicht schon vorher gesagt hätte, dass ich das nicht persönlich nehmen solle, wäre ich gekränkt gewesen. Er lachte und meinte, er hatte schon vermutet, dass ich unsere Beziehung beenden wollte.
Erst in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich mich sehr verändert haben musste.
Ich holte mir Rat bei einer Bekannten, die selber Psychologin ist. Sie riet mir, mich direkt an eine Praxis zu wenden, die einen Psychiater hat. Wieder der Gedanke, ich werde verrückt.
Heute weiß ich, warum sie mir diesen Rat gegeben hat – sie ahnte die Diagnose: PTBS
Ich hatte immer die Sorge, dass ich irgendwann die Diagnose Depressionen bekommen würde. Vielleicht hätte ich vor der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung mehr Sorge haben sollen.
Was hängt das jetzt mit meinen Grunderkrankungen zusammen und warum erzähle ich das jetzt? Das erzähle ich euch in dem nächsten Beitrag!