Ich muss gestehe, mir fällt es mittlerweile sehr schwer, mich richtig zu erinnern, da einfach in den letzten Jahren zu viel passiert ist. Wenn ich also mal in den Erzählungen „springe“, bitte nicht wundern.
In der Zeit, wo ich die Therapie anfing, war für mich immer noch klar, dass ist alles deren Empfindung, mein Erlebtes ist nicht so schlimm. Auch heute habe ich immer noch Probleme damit zu sagen „ja, dass war schlimm“ oder „das Verhalten war krank“.
Am Anfang meiner Therapie vielen mir bestimmte Worte schwer auszusprechen und dies überließ ich dann meiner Therapeutin. Dazu zählten so Wörter wie: Misshandlung, Unterdrückung, Isolation vom Sozialen Umfeld, Vergewaltigung.
Auch heute noch habe ich Schwierigkeiten darüber zu sprechen und habe zwischendurch immer noch das Gefühl, dass es nicht richtig ist, die Schuld bei anderen zu suchen.
Nach knapp drei Monaten begannen wir die „heiße Phase“ zu gehen, wo ich mir nicht vorstellen konnte, was das bedeutete. Kasper holte sich einiges an Literatur, welche ich dankend ablehnte. Mir viel es einfach nicht leicht, diese Bücher zu lesen. Zu sehr musste ich mir dann eingestehen, dass ich ein Problem hatte. Für mich war einfach klar, wenn ich mich darauf einlasse, dann habe ich definitiv einen an der Pfanne.
Heute weiß ich, dass ich einen an der Pfanne habe und ich weiß auch, dass ich nicht an allem Schuld bin. Ich weiß heute auch, dass ich zu dem Zeitpunkt die Einzige war, die den langen Weg vor mir nicht sah oder sehen wollte. Vielleicht konnte ich es auch nicht.