Die „heiße Phase“ war heiß und wirklich zum Verbrennen!
Heute bin ich sehr froh, dass ich nicht berufstätig war. Ich habe belächelt, dass meine Therapeutin meinte, dass ich wegen „so etwas“ krankgeschrieben würde. Ich konnte mir einfach zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen, warum man dann krank geschrieben wird.
Die ersten Sitzungen waren für mich nervig und gingen um Alltagssituationen, bis mich meine Therapeutin darauf ansprach, dass wir uns doch mal anderen Themen widmen sollten. Sie tat das auf eine Weise, wo ich das Gefühl bekam, sie nimmt mich nicht ernst. Nachdem ich dann ein paar Dinge anfing zu erzählen und in einer Sitzung den ersten Zusammenbruch hatte, veränderte sich ihre Art. Sie ging deutlich zielstrebiger vor.
Einmal haben wir eine online Sitzung gemacht, da ich nicht ganz gesund war. Zu Corona durfte man ja nicht mit einem leichten Schnupfen irgendwohin gehen. 🙂 Diese Sitzung fing harmlos an, war aber der zweite Durchbruch, dass ich mich öffnete. Ich war ziemlich fertig und auch das Erzählte ließ meine Therapeutin etwas überrascht sein. Die Sitzung ging dann 10 Minuten länger, da sie sicher sein wollte, dass ich wirklich ok bin. Ich hatte Übungen beigebracht bekommen die ich in diesen Situationen anwenden sollte, um mich wieder in das hier und jetzt zu holen. In diesen Momenten fühlte sich alles an, als würde es sich drehen oder auf mich hereinstürzen. Ich habe mich davon nicht beirren lassen und bin durch dieses Gedankenchaos zielstrebig durch gegangen – auch ohne die Übungen, da ich zu Hause andere Wege fand, wie ich aus diesem Durcheinander wieder rausfinden konnte.
Wie ich leider ab der „heißen Phase“ feststellen musste, hatte ich zu Hause teilweise die besprochenen Dinge manchmal in Dauerschleife vor Augen. Ich musste den Satz meiner Therapeutin belächeln, dass ich eine starke Frau sei und deswegen so viel alleine schaffe (damit meinte sie, dass ich es geschafft habe, mich aus den Situationen selber raus zu holen). In meinen Augen muss sie so etwas sagen, damit ich mich als Patient wohl fühle. Mittlerweile weiß ich, dass nicht viele Menschen so etwas alleine hinbekommen.