Ich lernte meinen Ex Mann in einer Phase meines Lebens kennen, wo ich „mein Ding“ machen wollte.
Ziemlich schnell entschied ich mich, mehr Zeit bei meinem neuen Freund zu verbringen, als zu Hause zu sein oder in der Schule zu sitzen.
Untypisch war für mich, dass ich anfing, meine Tiere nicht mehr so zu beachten, wie sonst. Wach wurde ich erst, als mein Kater mir deutlich zeigte, du willst mich nicht mehr, dann gehe ich. Er kam nach Wochen noch einmal nach Hause, aber nur noch, um vor meinen Augen zu sterben. Das habe ich noch heute vor Augen und spüre auch immer noch den Schmerz, dass ich meine Bedürfnisse über die, meiner Tiere gestellt habe.
Für mich war es eine Art Rebellion, dass ich mit meinem neuen Freund zusammen war. Eine Chance, endlich raus aus allem und das machen was ich will. Zumindest lief das in meinem Kopf so ab. Die Realität sah anders aus.
Nach ein paar Monaten verlobten wir uns, was dazu führte, dass Wetten abgeschlossen wurden, ob der Mann noch vor der Trauung das Weite sucht. Für mich war das dann der Ansporn „jetzt erst recht“.
Tief in meinem Inneren merkte ich, irgendwas stimmt nicht. Verlobung lösen? Hochzeit absagen? Kam für mich nicht in Frage.
Mittlerweile hatte ich die Schule abgebrochen und wollte eine Lehre anfangen. Etwas naiv dachte ich, das wird und der Betrieb darf mich ausbilden. Nach drei Monaten kam die Ernüchterung. Umsonst gearbeitet und keine Ausbildung angefangen, da der Betrieb nicht ausbilden durfte. Was blieb nun, nachdem ich zu Hause ausgezogen war, die Schule abgebrochen hatte und immer wieder trotzig gesagt habe, ich mache mein Ding?
Heiraten, was sonst.
Als ich beim Standesamt war, dachte ich, dass ist die letzte Chance, alles abzublasen. Ich sah dann in die Gesichter und dachte, du kannst diese Personen nicht enttäuschen!
Also unterschrieb ich die Heiratsurkunde oder sollte ich die Worte meiner Therapeutin verwenden:
ich unterschrieb den Vertrag mit dem Teufel.