Teil 3

In der Realschule war dann ein Berufspraktikum angesagt. Eine Freundin ging in eine Anwaltskanzlei, die nächste war beim Zahnarzt, eine saß beim Tierarzt, nur ich brachte keinen richtigen Praktikumsplatz nach Hause. Gärtnerei, ja da passt du ja gut hin und hier im Dorf ist ja eine. Da musst du kein Mathe können, bzw. dass bisschen was man da braucht, schaffst du.

Von wegen. Alleine die lateinischen Blumennamen waren wie böhmische Dörfer. „Ach das lernst du, das ist ja ganz leicht“.

Am dritten Tag sollte ich ein Beet umgraben. Ich bekam einen Spaten in die Hand gedrückt. Ich sollte ein ca. 15m langes und ca. 3m breites Beet umgraben. Ich gab mein bestes und brauchte den gesamten Vormittag um mir dann sagen zu lassen, dass das nichts für mich sei, da ich zu „schwach“ sei. Ich war damals total fertig. Nervlich wie auch körperlich. Zu dem Zeitpunkt wusste ja keiner, dass ich ein Loch im Herzen hatte und das diese körperliche Anstrengung doch noch eine große Leistung war. Egal – zählt nicht.

Ich wurde mit neun Jahren gefragt, was ich später als Beruf machen will. Meine Antwort war einfach „ich will etwas mit Pferden machen“. Als es in der neunten Klasse um die Berufswahl ging, saß ich bei der Berufsberatung und mir wurde gesagt, dass ich mit meinen Zeugnissen nicht wirklich viel Auswahl hätte. Also bewarb ich mich bei Blumenläden, Zahnarzthelferin, Tierarzthelferin und noch vieles mehr. Ich wurde zu vielen Probearbeiten eingeladen und bekam immer zu hören „Du kannst arbeiten wie eine fleißige Biene, was wir hier aber brauchen sind Leute, die im schulischen auch glänzen“. Bei jeder dieser Absagen stumpfte ich noch mehr ab. Jede Absage war eine Bestätigung für alle die, die mir immer gesagt haben, aus dir wird nix.

Ich will hier jetzt nicht mein gesamtes Leben aufzählen, jedoch zieht sich dieser rote Faden mit dem „es läuft einfach nicht“, weiter durch mein Leben.

Fortsetzung folgt….

2 Gedanken zu “Teil 3

    1. Ist doch ätzend, oder? Ich meine, was für ein Recht besitzen diese Personen, dass sie anderen solche Kommentare an den Kopf werfen „dürfen“. Mittlerweile habe ich gelernt es zu ignorieren, aber der Weg dahin war lang und steinig. :/ Lieben Gruß zurück 🙂

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s