Um etwas zu erleben muss man nicht…

… in einen Freizeitpark fahren.

Teil 1

Im Moment nutzen wir wieder unseren Stall, den wir 2019 verlassen haben. Mittlerweile haben wir neben unserer Dotty noch die Juicy. Juicy kam im Juli 2020 zu uns, nach dem ich meine Liesel nach Fehmarn gebracht hatte. Dotty und Juicy leisteten sich nun Gesellschaft, bis im Februar 2021 Gabor dazu kam. 

Gabor ist im Moment noch auf der Weide, da er erst 2 Jahre alt ist. Da er jetzt zum Ende der Weidesaison wieder kommt und ich vermeiden möchte, dass der Alt Oldenburger mit seinen dann jetzt knapp 600kg, Fußball mit den jeweils 100kg Ponys spielt, haben wir über den Winter die Liesel zu uns geholt.

Mit ihren nun 24 Jahren ist eine gezielte Fütterung in einer Box besser als im Laufstall, wo sie den Winter verbracht hätte. Die Tiere haben es auf Fehmarn zwar gut mit ihrem Stall und der angrenzenden Weide, allerdings bekommen gerade ältere Tiere dann nicht die Menge an Futter, die sie benötigen. 

Nun bedeutete es, dass wir Liesel abholen mussten. Am 02.10. standen wir dann gegen 3:30 Uhr auf um 4:30 Uhr auf der Autobahn zu sein.

Obwohl die AB um die Zeit doch schon recht voll war, lief es geschmeidig mit 110km/h über die AB. Erst als mir das Auto sagte, dass der Tank leer sei, musste ich das schnarchende etwas neben mir wecken. Verdutzt kamen die Lebensgeister zurück, so dass bei dem Tankstopp auch gleich ein Fahrerwechsel stattgefunden hat.

Gegen 8:45 Uhr waren wir auf der Insel. Pünktlich 9 Uhr stellten wir das Gespann am Südstrand ab, um dann bei meinen Eltern (die gerade Urlaub machen) zu frühstücken.

Gut gestärkt und mit beschmierten Brötchen ging es zum Stall. Ok, wir wurden noch zwangsweise sehr gut verpflegt. Es gab noch Zimtschnecke und Apfeltaschen mit. 🙂

10:45 Uhr ging es mit Liesel auf die AB. Erster „Stau“ bei Lübeck. Zum Glück lief der Verkehr nur sehr zäh, aber wir blieben am Rollen. Zweiter Stau dann um Hamburg.

Nach einer Pause sagte unser Navi, dass wir auf der A2 eine Verzögerung von 75 Minuten haben würden. Also entschieden wir uns für die A1. 

Dort kamen wir recht schnell durch einen kleinen Stau. Danach machten wir noch einmal Pause. Warum sol viele Pausen? Für ein Pferd kann so eine Fahrt sehr anstrengend werden, daher immer kurze Pausen, Wasser anbieten, Heu wieder ins Netz stopfen, da sie trotz langem Hals nicht an das Heu kommen…

Wieder auf der A1 gab es eine Meldung, dass wir einen Stau vor uns haben mit knapp einer Stunde Verzögerung und wohl nicht mehr fließenden Verkehr.

Wir entschiede uns bei Vechta abzufahren und dann über die B69 zurückzufahren. Eigentlich eine schöne Strecke, wenn man nicht hinter einer Kurve auf eine Kreuzung zu rollt und dann ein gelbes Dreieck im Cockpit auftaucht mit der Mitteilung:

Stellen sie das Auto sicher ab! Getriebe defekt.

Keine Chance rechts ranzufahren, da sofort das rote Warndreieck kam und dann ging nix mehr. Mitten auf der Straße standen wir.

Während mein Mann fluchend versuchte das Auto noch einmal zum Rollen zu bewegen, drückte ich den Knopf, den keiner gerne drückt, egal ob mit Pferdeanhänger oder ohne.

Mit Warnblinklicht standen wir nun auf der Straße.

Nun telefonierte mein Gatte mit dem Service von Audi, während ich nicht wartete was dabei rauskam, sondern direkt anfing zu telefonieren. Es mussten die Ponys versorgt werden, die Katze und Enten benötigten Futter. Dazu schwante mir schon, dass wir jemanden brauchen, der den Anhänger nach Hause fährt.

Nun standen zwei unterschiedliche Menschen, die eigentlich den Samstagabend in Ruhe zu Hause verbringen wollten, auf Abruf bereit.

Nach dem der Techniker vom Autohaus kam und vergebens versucht hatte das Auto zum Fahren zu bringen (er hatte gehofft, dass es „nur“ ein Software Problem ist), hieß es 

„ich werde ein anderes Auto holen und sie abschleppen“

Alptraum!

Ab da wussten wir, dass wir kein Auto zum Ziehen des Pferdeanhängers bekommen und auch sonst kein Auto. Um von Vechta nach Bielefeld zu kommen.

Während der ganzen Zeit, die wir auf der B69 standen, war Liesel ganz ruhig. Wir achteten allerdings darauf, dass sie uns sehen konnte, beziehungsweise hören.

Als der Mensch von Audi noch nicht da war, hielt ein Mann mit seinem Porsche und bot uns seine Hilfe an. Er habe selbst Pferde und wenn gar nichts mehr geht, sollen wir ihn anrufen, dann schleppt er uns ab. Lustig dabei war, dass der Mann nur mit meinem Gatten sprach. Er dachte wohl, ich sei nur die Pferdepflegerin. Ok, ich sah auch wieder typisch nach Arbeit aus, wobei das schon recht gut Klamotten waren….

Wir mussten während des Abschleppens einen Hebel gedrückt halten, damit das Auto in Neutralstellung abgeschleppt werden konnte. Diese großartige Aufgabe hatte ich. So eine „kurze“ Fahrt kann echt lang werden, wenn man den Hebel halten muss, der immer wieder zurückspringen will.

Besagter Hebel um das Auto in die Neutralstellung zu bringen.

So rollerten wir über Feldwege neben der B69 her, mit einem Blinklicht vor uns und Blinklicht im Auto. Das Auto meckerte die ganze Zeit. Während dessen klingelte dauernd mein Handy. 

Am Autohaus angekommen, standen wir nun da. Nun hieß es „warten“.

3 Gedanken zu “Um etwas zu erleben muss man nicht…

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